Nierenwerte
eGFR: Normalwerte
Auch: eGFR (CKD-EPI), GFR, glomeruläre Filtrationsrate
eGFR Normalwerte-Tabelle
| Gruppe | Standardbereich | Optimalbereich |
|---|---|---|
| Erwachsene (ab 18 Jahren) | ab 90 mL/min/1.73m² | — |
Anders als bei den meisten Blutwerten ist bei der eGFR ein höherer Wert der bessere. Die Werte sind auf eine Körperoberfläche von 1,73 m² normiert.
Referenzbereiche können je nach Labor und Messmethode abweichen. Maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
Was ist eGFR?
Die eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) nach der CKD-EPI-Formel schätzt anhand des Kreatininwertes, des Alters und des Geschlechts ab, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern. Sie ist das am weitesten verbreitete Gesamtmaß der Nierenfunktion und die Grundlage der Stadieneinteilung der chronischen Nierenerkrankung.
Anders als bei den meisten Blutwerten ist hier ein höherer Wert der bessere. Für die Einordnung gilt bei Erwachsenen ein einheitlicher Bereich: Ein Wert ab etwa 90 mL/min/1,73 m² gilt als normal, darunter wird die Filtrationsleistung stufenweise als leicht, mäßig oder stark eingeschränkt eingeordnet. Die Nierenfunktion nimmt mit dem Alter zwar natürlicherweise etwas ab, weshalb ein leicht verminderter Wert bei älteren Menschen häufig und für sich genommen noch kein Grund zur Sorge ist. Ein Wert wird deshalb immer im Zusammenhang mit Alter, Vorgeschichte und weiteren Nierenwerten ärztlich eingeordnet.
Die eGFR ist am aussagekräftigsten zusammen mit Kreatinin, dem Eingangswert der Formel, sowie Cystatin C und der darauf basierenden eGFR, die nicht von der Muskelmasse abhängt, ergänzt um Harnstoff, Elektrolyte und die Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin. Gemeinsam unterscheiden diese Werte einen echten Funktionsrückgang von einer vorübergehenden oder nicht durch die Nieren bedingten Ursache.
eGFR zu niedrig
Eine niedrige eGFR bedeutet meist eine verminderte Filtrationsleistung, am häufigsten durch lange bestehenden hohen Blutdruck, Diabetes oder den natürlichen Rückgang der Nierenfunktion mit dem Alter. Sie kann auch vorübergehend abfallen, etwa durch Dehydration, schwere Erkrankungen oder nierenbelastende Medikamente. Fachlich wird unterhalb des Normalbereichs weiter unterschieden: in eine leicht eingeschränkte, eine mäßig eingeschränkte und eine stark eingeschränkte Filtrationsleistung bis hin zum Nierenversagen. Weil ein einzelner Wert schwanken kann, wird eine dauerhaft niedrige eGFR erst durch wiederholte Messungen über mindestens drei Monate eingeordnet. Das gehört in ärztliche Hand.
eGFR zu hoch
Eine hohe eGFR ist in der Regel kein Problem. Sehr hohe Werte spiegeln gelegentlich eine geringe Muskelmasse wider, da Kreatinin aus dem Muskel stammt, und nicht eine besonders gute Filtration.
Verwandte Werte
Diese Werte werden am besten zusammen mit eGFR betrachtet.
- Kreatinin Kreatinin ist der Eingangswert der eGFR-Formel. Weil es aus dem Muskel stammt, hängt es von der Muskelmasse ab, was die daraus geschätzte eGFR bei sehr muskulösen oder sehr schlanken Menschen verschieben kann.
- Harnstoff Harnstoff ist ein weiteres Abbauprodukt, das die Nieren ausscheiden. Er reagiert stark auf Flüssigkeitshaushalt und Eiweißzufuhr und hilft, einen vorübergehenden Abfall der eGFR von einem dauerhaften zu unterscheiden.
So hältst du eGFR im Bereich
Blutdruck und Blutzucker im Bereich halten
Hoher Blutdruck und hoher Blutzucker sind weltweit die beiden größten Treiber einer langfristigen Nierenschädigung. Eine herzgesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht, moderater Salz- und Alkoholkonsum, der Verzicht aufs Rauchen und, wenn verordnet, passende Medikamente schützen die Nieren stärker als fast alles andere.
Mahlzeiten um Pflanzen aufbauen, Salz moderat halten
Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Vollkorn, Nüsse, Samen und Olivenöl, ergänzt durch Fisch, Eier, Milchprodukte und mageres Fleisch in Maßen, bilden ein Ernährungsmuster nach Mittelmeer- oder DASH-Art. Es hält Blutdruck und Blutzucker im Bereich und geht mit einem langsameren Rückgang der Nierenfunktion einher. Salz moderat zu halten gehört zu den verlässlichsten Einzelmaßnahmen. Eine sehr hohe Eiweißzufuhr aus Präparaten oder extremen Diäten kann die Nieren zusätzlich belasten.
Vorsicht mit NSAR und anderen nierenbelastenden Medikamenten
Die regelmäßige Langzeiteinnahme von NSAR wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac, manche Antibiotika, Kontrastmittel und bestimmte pflanzliche Präparate können die Nieren belasten. Eine gelegentliche Einnahme in der niedrigsten wirksamen Dosis ist in der Regel unbedenklich. Die tägliche Langzeiteinnahme erhöht das Risiko einer Nierenschädigung, besonders bei älteren Menschen oder bei bestehender Nierenerkrankung.
Verwandte Marker beobachten
Die eGFR ist am aussagekräftigsten als Teil des gesamten Nierenbildes, zusammen mit Kreatinin, Harnstoff und den Elektrolyten sowie einer Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin bei Verdacht auf eine chronische Nierenerkrankung. Die auf Cystatin C basierende eGFR ist ein besonders nützlicher Begleitwert bei untypischer Muskelmasse, also bei sehr schlanken, sehr muskulösen, gebrechlichen oder älteren Menschen, weil die kreatininbasierte Schätzung dann irreführend sein kann.
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Zuletzt geprüft: Juli 2026
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei auffälligen Werten mit medizinischem Fachpersonal.